{"id":1324,"date":"2026-01-08T17:10:12","date_gmt":"2026-01-08T16:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/cms\/?page_id=1324"},"modified":"2026-01-09T10:53:47","modified_gmt":"2026-01-09T09:53:47","slug":"einleitung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/cms\/einleitung\/","title":{"rendered":"Einleitung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wichtigste Fakten zum Kettenschleppschiff \u201eK.B.K.S. Nr. V\u201d\/\u201eM\u00e4\u00e4kuh\u201d und seine Rolle f\u00fcr Aschaffenburg&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-663 alignleft\" src=\"https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/kettenschiff-aschaffenburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_20200506_220100-1-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>Die Kettenschiffe l\u00f6sten auf flachen Flussgew\u00e4ssern das \u00fcber 1000-j\u00e4hrige Treideln mit Pferdegespannen (z.T. auch mit Menschen) ab. Sie brachten mit dem Fahren entlang einer im Fluss verlegten Kette die Dampfkraft in neuer Form auf das Wasser \u2013 eine technische Revolution, auch bei der Energie-Ausbeute: Bis zu 90 % konnten in Zugkraft umgesetzt werden (rd. 25% beim Schaufelraddampfer), gut f\u00fcr 12 \u2013 24 angeh\u00e4ngte Lastk\u00e4hne.<\/p>\n<p>Aschaffenburg erlebte Kettenschiffe bereits ab 1886; sie kamen von der Mainzer Gesellschaft \u201eAG Mainkette&#8220; und bedienten Schlepptransporte von Mainz bis Aschaffenburg, sp\u00e4ter f\u00fcr kurze Zeit auch bis Kitzingen. Danach \u00fcbernahm Bayern die Main-Route ab Aschaffenburg in eigener Regie. Als sich die bayerische Regierung auf Dr\u00e4ngen ihres Prinzregenten zu der Einf\u00fchrung der Kettenschifffahrt auf dem gesamten schiffbaren Main in mehreren Stufen bis Bamberg entschloss, war das Land der letzte Neueinsteiger in diese Schlepptechnik in Europa. Dies hatte den Vorteil, dass man bei der Herstellwerft \u201eDie Kette&#8220; in Dresden-\u00dcbigau so die technisch modernsten Kettenschlepper erhielt: Nach Vorg\u00e4ngermodellen mit Doppelrollen-Mechanik und reinem Ketten-Antrieb folgte auf der Elbe 1894 die 2. Generation mit der neuen Greifrad-Technik und der Umschaltm\u00f6glichkeit auf 2 Wasserstrahlturbinen, den ersten ihrer Art, heute Standard bei modernen Schiffsantrieben. Nach dem Prinzip wurde der Kettenschlepper \u201eGustav Zeuner&#8220; gebaut \u2013 mit ihm wurde das Fahren ohne Kette m\u00f6glich. Die zun\u00e4chst georderten f\u00fcnf \u201eM\u00e4\u00e4k\u00fche&#8220; Nr. I bis V (Namensableitung von \u201eM ain&#8220; und \u201eKuh&#8220; wegen ihrer muhenden Dampfpfeife) geh\u00f6rten der 3. Generation an. Bei ihr wurde der Dampfantrieb auf 3 Maschinen verteilt \u2013 eine f\u00fcr die Kette und je eine f\u00fcr jede der beiden Wasserstrahlturbinen. Das erm\u00f6glichte eine deutlich verbesserte Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit. Bei der 10 Jahre sp\u00e4ter georderten 2. Baureihe (Nr. VI bis VIII) konnte dank modernster Dampftechnik der Kohleverbrauch halbiert werden.<\/p>\n<p>Die Herstellart als \u201eBaus\u00e4tze\u201d ab der Dresdner Werft f\u00fchrte dazu, dass alle 8 per Bahn angelieferten Kettenschiffe auf einer tempor\u00e4ren Werftanlage in Aschaffenburg in der N\u00e4he des Schlosses zusammen gebaut und dort zu Wasser gelassen wurden; ihr Herstellort und Heimathafen ist deshalb Aschaffenburg \u2013 eine wenig bekannte Tatsache. Der Transport der Baus\u00e4tze erfolgte ab der bayrischen Landesgrenze mit der K\u00f6niglich Bayerischen Staatsbahn, der Institution, der der Betrieb der Kettenschifffahrt angegliedert worden war. Anders als die deutschen Kettenschifffahrtsbetriebe auf den anderen Fl\u00fcssen, die auf privatwirtschaftlicher Basis durch AG&#8217;s erfolgten, war hier ein Staatsbetrieb eingesetzt worden. Dem entsprechend war die Betriebsausrichtung nur bedingt auf Kommerz und mehr auf wirtschaftlich-soziale Belange angelegt. Dies war wichtig, da durch die Direktverbindung der Bahn von Aschaffenburg nach W\u00fcrzburg fast die gesamte Schifffahrt im Main-Viereck zum Erliegen gekommen war und durch die Kettenschifffahrt nun ihre Rettung erfuhr.<\/p>\n<p>Die 8 Mainschiffe verrichteten ihre Aufgabe von 1899 bis 1927 wirtschaftlich zufrieden stellend, bis 1936 jedoch nur noch bedingt. Die zunehmende Flussregulierung mit gr\u00f6\u00dferen Wassertiefen sorgte f\u00fcr ihr Ende, das sich von Anfang an abgezeichnet hatte. Die Kettenschiffe waren auf einer Strecke von 311 km (Aschaffenburg \u2013 Bamberg) im Einsatz und fuhren dabei rd. 75 L\u00e4ndepl\u00e4tze an. Ihr Dauerliegeplatz lag nahe ihrer tempor\u00e4ren Werftanlage im sog. Winterhafen unterhalb des Schlosses Johannisburg. Dort \u00fcberwinterten sie und wurden gewartet und repariert. Eine weitere Reparaturwerft f\u00fcr Bodenausbesserungen wurde sp\u00e4ter unterhalb der Obernauer Stra\u00dfe (nahe WSA) gebaut und betrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend die o.g. \u201eGustav Zeuner\u201d das einzig verbliebene Schiff auf der Elbe ist (sie liegt seit 2010 in Magdeburg an Land), sorgte die Verschrottung eines zweiten Main-Kettendampfers in W\u00fcrzburg daf\u00fcr, dass die \u201eM\u00e4\u00e4kuh&#8220; nun das einzige Schiff dieser Art auf dem Main ist. Der ehemalige Flo\u00dfhafen sollte f\u00fcr sie auch die Endstation sein; da sie auf Dauer nicht mehr wassertauglich ist, wird f\u00fcr das Schiff deshalb ein ufernaher Land-Liegeplatz gesucht. Der \u201eArbeitskreis Technikdenkmal M\u00e4\u00e4kuh\u201c der Aschaffenburger Altstadtfreunde e.V. hatte sich vorgenommen, zum k\u00fcnftigen Liegeplatz f\u00fcr Kl\u00e4rung seitens der Stadt zu sorgen; auch bem\u00fchte er sich um alle regionalen und bundesweiten Institutionen, die das Projekt f\u00f6rdern k\u00f6nnten. Dazu geh\u00f6ren die bestehenden aktuellen Kontakte zu allen relevanten Technikmuseen, so auch zu den Verkehrsmuseen in Dresden (Standort der Werft) und Berlin (Spree-Kettenschifffahrt), dem Schifffahrtsmuseum Lauenburg (nahe der Endstation der Elb-Kettenschifffahrt in Hamburg) sowie dem Eisenbahnmuseum N\u00fcrnberg (mit dem Archiv der K\u00f6niglich Bayerischen Staatsbahn).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Kooperation mit der GISE, der Gesellschaft, die die \u201eGustav Zeuner&#8220; in 5-j\u00e4hriger Arbeit komplett restauriert hat, f\u00fchrte dazu, dass dem Arbeitskreis von dort alle technischen Unterlagen s\u00e4mtlicher Teile sowie die Dokumentation \u00fcber den gesamten Aufbau zur Verf\u00fcgung gestellt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Schiff bzw. sein Rumpf wartet derzeit auf Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen dauerhaften Liegeplatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Arbeitskreis hat inzwischen eine museale Ausstellungsschau erstellt, die mit ihren 30 Elementen einen kompakten \u00dcberblick \u00fcber das gesamte \u201eM\u00e4\u00e4kuh-Geschehen\u201c auf dem Main gibt. Die Inhalte werden hier vorgestellt<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Verfasser Hans-Holger Frenzel, 12. Okt. 2023)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wichtigste Fakten zum Kettenschleppschiff \u201eK.B.K.S. Nr. V\u201d\/\u201eM\u00e4\u00e4kuh\u201d und seine Rolle f\u00fcr Aschaffenburg&#8220; Die Kettenschiffe l\u00f6sten auf flachen Flussgew\u00e4ssern das \u00fcber 1000-j\u00e4hrige Treideln mit Pferdegespannen (z.T. auch mit Menschen) ab. 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